Das Rahmenthema 4, „Vielfalt lyrischen Sprechens“, fokussiert sich auf den historischen Wandel lyrischer Ausdrucksformen, unterschiedliche Menschenbilder und das Erleben von Großstadterfahrungen
Dieser zentrale Abitur-Schwerpunkt gliedert sich inhaltlich in feste Module: 
 
1. Pflichtmodul: Was ist der Mensch? (Lebensfragen und Sinnentwürfe)
Dieses Modul untersucht, wie Dichter aus verschiedenen Jahrhunderten inhaltlich und formal auf die großen Fragen der menschlichen Existenz antworten. 
  • Im Fokus: Der Wandel des Menschenbildes.
  • Epochenüberblick: Die Gedichtauswahl spannt sich meist vom Barock (Vanitas-Gedanken), über die Aufklärung und den Sturm und Drang, die Klassik und Romantik bis hin zur modernen Lyrik. 
  • Verknüpfung: Die Form (Sprache, Rhythmus, Strophenform) wird stets als Spiegel des jeweiligen Zeitgeistes und der inhaltlichen Aussage gedeutet. 
2. Wahlpflichtmodul: Stadterfahrungen (Gedichte und Romane)
Lyrik dient hier als Medium zur Reflexion der Großstadt – von der Industrialisierung bis zur Moderne. 
  • Motivik: Die Stadt wird oft als widersprüchlicher Ort verhandelt: Einerseits als Ort der Freiheit, der Anonymität und der Emanzipation, andererseits als bedrohlicher „Moloch“ (Ursprung von Entfremdung und sozialer Kälte).
  • Gedichtbeispiele: Oft werden Texte analysiert, in denen das lyrische Ich im Großstadtdschungel auf Identitätssuche geht. 
Typische Aufgabenformate & Anforderungen
In Klausuren und im Abitur liegt der Schwerpunkt auf der aspektorientierten Gedichtanalyse und dem Gedichtvergleich. Sie müssen zeigen, dass Sie: 
  • Die Formmerkmale (Metrum, Reimschema, Kadenzen, Strophenform) korrekt bestimmen können.
  • Sprachliche Mittel erkennen und deren Wirkung auf den Inhalt ableiten.
  • Das Gedicht in seinen historischen und weltanschaulichen Kontext einordnen können.